Flüsterschleifer im Selbstbau: Gegen Lärm und Kontaktprobleme

Roco bietet seit ein paar Jahren Flüsterschleifer an. Bei einigen Lokomotiven von anderen Herstellern können diese ohne Probleme angeschraubt werden, bei einigen jedoch nicht ohne Fräsarbeiten oder weiteres Heftiges. Nach Inspirationen aus dem Internet habe ich damit begonnen, die lautesten Schleifer im Eigenbau auf Flüsterscheifer umzubauen.

Aus einem Messingblech von 0.3mm Dicke habe ich mit einer Haushaltsschere 5mm breite Streifen geschnitten. Die Streifen sind etwas länger als der Schleifer selber.
 
Das Blech habe ich vorwiegend von Hand, teilweise mit einer feinen Zange um den original Schleifschuh gebogen. Das Blech habe ich so zurechtgebogen, dass es vorne und hinten jeweils den Schleifschuh einklemmt.

 

Das vorbereitete Blech für einen älteren, sehr, sehr lauten Rivarossi Schleifer. Das Blech wird auf den bereits montierten Schleifschuh drübergestülpt.
 
Bis anhin hatte ich keine Probleme mit verschobenen Blechen, obwohl ich auf ein Anlöten verzichtet habe. Ein Auswechseln des Bleches ist somit jederzeit ohne Probleme möglich.

 

Das Messingblech hat keine Löcher und Vertiefungen und ist ganz leicht nach unten gebogen. Dadurch wird die Lärmemission quasi vollständig eliminiert, auch bei der Fahrt über Weichen.
 
Umgerechnet auf den Blechpreis hat mich das ganze lediglich ein paar wenige Rappen gekostet, verglichen mit einem käuflichen Flüsterschleifer nichts.

Neben dem zugeschnittenen Messingblech habe ich auch gute Erfahrungen gemacht mit Bronzefederband. Dieses ist gleich als 5mm breiter Streifen erhältlich und wie der Name schon sagt federt es besser und verbiegt sich nicht gleich, wenn irgendwo etwas anstösst.

Teilweise schon nach kurzem Einsatz haben die Originalschleifer Probleme, weil die oberste Schicht weggeschliffen ist. Ich bin deshalb inzwischen auch bei Kontaktproblemen am Schleifer dazu übergegangen diese zum Flästerschleifer umzurüsten. Danach habe ich kaum noch Kontaktprobleme.

Fazit: Am Anfang war ich vorsichtig optimistisch, ob ein Flüsterschleifer etwas bringt. Aber nachdem ich den wirklich lauten Rivarossi Schleifer nachgerüstet habe bin ich wirklich überzeigt vom Aufwand. Bei einigen Märklin Modellen mit Scheibenkollektormotoren ist der Unterschied nur schwer zu hören, da der Motor selber schon sehr laut ist. Aber auch Märklin baut inzwischen in neue Modelle leisere Motoren ein. Inzwischen baue ich nicht nur gegen den Lärm Flüsterschleifer, sondern auch gegen Kontaktprobleme.

Ich konnte es nicht zweifelsfrei zurückverfolgen, aber ich gehe im Moment davon aus, dass die Flüsterschleifer im Selbstbau zum ersten Mal n der MIBA präsentiert wurden.