Kinder und Modellbahn. Geht das?

(Kleine) Kinder und Modellbahn. Das ist so eine Sache. Auf der einen Seite sind die teuren Modelle und die liebevoll gestalltete Anlage in die man als Erwachsener viel Herzblut reingesteckt hat. Andererseits möchte man den Kindern gerne zeigen was man gemacht hat und sie auch daran teilhaben lassen. Sie sollen ja auch Freude an diesem Hobby finden. Und diese Freude werden sie nur finden, wenn sie immer und immer wieder damit in Kontakt geraten.

Es muss also ein Weg gefunden werden, wie die kleinen Zappelphilippe mit dem 70cm Teddybären und die feinen Bauten auf der Moba zusammenpassen.

Folgendes habe ich bei mir umgesetzt:

Kinder mit Briobahn unmittelbar neben der Modellbahn in H0

Wenn Papa mit der Eisenbahn spielt, dann wollen die Kinder auch.
 
Meine Kinder (damals 1, 3 und 5) sind mit der Briobahn unmittelbar neben meiner Modellbahn-Teststrecke. Obwohl es ettliche Male sehr knapp war: Meine Züge blieben immer auf dem Gleis und wurden nie weggewischt.

Rangieren auf der H0-Mini-Anlage

Hier wird kräftig rangiert. Und man muss diskutieren, wessen Lok wo durch fährt, damit man dem anderen nicht in die Quere kommt.
 
Streiten bedeutet: Fertig für heute. Das wissen die Kinder und handeln entsprechend.

Wenn der Teddybär mitspielt auf der Modellbahn

Wenn der zweijährige mit seinem Teddybär "rangiert" sind die Wagen meist neben den Gleisen. Das braucht Nerven. Wirklich Schaden genommen hat aber noch keines der Fahrzeuge. Gebrauchsspuren hatten sie schon vorher.

Modelleisenbahn unter dem Weihnachtsbaum

Ein Bild wie man sie oft findet in den Fotoalben von früheren Generationen: Modelleisenbahn unter dem Weihnachtsbaum. Hier mit Julian (4) zu Weihnachten 2012.
Die MyWorld-Züge von Märklin sind wirklich kindertauglich. Diese Züge überstehen auch mal einen Absturz vom Tisch oder einen unsanften Zusammenstoss.

Balken absägen ist lässig

Balken absägen findet Florian (6) lässig. Die Ausdauer lässt noch zu wünschen übrig, den Grossteil musste ich selbst machen.

Julian und Christian in Action

Selbst einen langen Zug fahren auf der grossen Anlage. Das ist immer wieder ein Hit. Railpool-186er-Doppeltraktion-Lokführer (Zug nicht im Bild) Julian (4) und ICN-Lokführer Christian (2) in Action. Dass die Strecke lediglich aus einem 20m langen Oval plus Abstellbahnhof besteht ist egal. Man kann ja auch hintereinander fahren.

Bastelbogen-Häuser

Vor allem Florian (6) konnte ich nun über längere Zeit begeistern für Modellbau. Die vorderen zwei Reihen sind aus Bastelbogen entstanden, die meisten von Florian, ein paar wenige von Julian (5). Die hintere Reihe entstand noch vor den Bastelbogen-Häusern und sind "eigendesign". Das Haus ganz hinten links ist die Vorlage von mir, die drei Häuser hinten rechts sind dann das Produkt der Kinder. Inzwischen ist das Häuserarsenal auf über 50 Stück angewachsen.

Christian hilft mit

Wenn immer es geht dürfen die Kinder "mitarbeiten" oder "helfen". Sie haben Spass dabei und erzählen oft, dass sie helfen durften und dass Papi dadurch schneller fertig war. Meistens stimmt das ja nicht, aber ich lasse ihnen die Illusion. Hauptsache sie waren mit Begeisterung dabei. Hier schraubt Christian (4) gerade die Torx-Schrauben rein.

Aufbauen ist wichtiger als spielen

Sehr spannend finden die Kinder auch, eine Anlage schnell, schnell aufzubauen. Im Bild eine Sitzplatzanlage mit M-Gleisen. Das Aufbauen war für die Kinder sogar wichtiger und spannender als das anschliessende Spielen damit.

Florian bastelt einen eigenen Zug

Selber einen Zug basteln. Das ist der Hit. Achtjährige lassen sich damit gut begeistern. Dass es am Ende auf keine Modellbahn passt und nicht fährt ist egal.

Ich habe festgestellt, dass es zwar nicht einfach ist den Kindern eine altersgerechte Umgebung zu bieten, es sich aber doch immer wieder Möglichkeiten bieten, wo und wie die Kinder selbst mitmachen können. Die grösste Schwierigkeit bin jeweils ich selbst. Ich muss den Kindern die Verantwortung übertragen können. Ich muss die Angst ablegen, dass etwas kapput gehen könnte. Ab und zu geht etwas schieff, meistens aber kommt etwas Gutes dabei raus. Das ist nicht anders, wenn ich es mache. Meistens wissen die Kinder viel besser was sie können und was nicht. Meistens wird nachgefragt bevor es zu spät ist.

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